HÄMOSTASESTÖRUNGEN

Assoziation von Hämostasestörungen bei Implantationsversagen, Abort und Präeklampsie

Eine Abortneigung kann durch eine hämorrhagische oder thrombophile Störung der Blutgerinnung bedingt sein (Blutungsneigung oder Thromboseneigung).

Ursächlich sind bei Blutungsneigungen maßgeblich der Fibrinogen- und der Faktor XIII-Mangel zu nennen. Eine Assoziation einer vermehrten Thromboseneigung (Thrombophilie) mit der Abortneigung und Präeklampsie, auch dem Implantationsversagen, ist seit langem bekannt. Die Labordiagnostik auf thrombophile Risikodeterminanten erfolgt deswegen bei diesen Patientinnen zur Abschätzung eines potentiell gesteigerten Thromboserisikos.
Neben der Risikosteigerung für Implantationsversagen, Abort und Präeklampsie besteht bei schweren thrombophilen Risikofaktoren auch ein relevant gesteigertes Risiko für das Auftreten von thromboembolischen Komplikationen in der Schwangerschaft. Die Thromboembolie in der Schwangerschaft gehört zu den wichtigsten Todesursachen werdender Mütter, weswegen eine entsprechende Diagnostik vor einer Schwangerschaft insbesondere bei stattgehabten Thrombosen bei Familienangehörigen erfolgen sollte.

Bei Vorliegen thrombophiler Risikofaktoren hatten mehrere frühere Studien einen signifikanten Vorteil für eine Heparingabe bei Abortneigung und Präeklampsie gezeigt. Es gibt aber auch Studien, die diesen Vorteil nicht bestätigen konnten. Wir geben Ihnen konkrete Empfehlungen zu Therapieoptionen unter Ausschöpfung gültiger Leitlinien.

Bei Nachweis von Antiphospholipid-Antikörpern besteht ein internationaler Konsens zur Gabe von Heparin und ASS in einer zukünftigen Schwangerschaft. Hierunter konnte die Rate erfolgreicher Schwangerschaften von ca. 20 % auf 50–60 % angehoben werden. Eine analoge Behandlung erfolgt bei Implantationsversagen.

Bei hämorrhagischer Störung der Blutgerinnung wie Fibrinogen- oder Faktor XIII-Mangel kann eine Gabe von Faktorenkonzentraten über die gesamte Schwangerschaft notwendig werden, um die Schwangerschaft aufrecht zu halten. Diese Faktorengabe kann auf Wunsch in unserer Praxis erfolgen.

Beratung und Betreuung der Patienten

Patientinnen mit Implantationsversagen, Abort und Präeklampsie werden in unseren Sprechstunden individuell beraten. Bei gegebener Indikation erfolgt durch unsere Ambulanzärzte in einer zukünftigen Schwangerschaft die Verschreibung von Heparin oder ASS oder auch Faktorenkonzentraten (z.B. Fibrinogen) für Risikopatientinnen.